K. Sieckmeyer © Uruk-Warka-Sammlung, DAI Orient-Abteilung
Sonderforschungsbereich
Materiale Textkulturen
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Aktuelles

Lesepraktiken im antiken Judentum - Neuer MTK-Band erschienen

Unter dem Titel „Lesepraktiken im antiken Judentum – Rezeptionsakte, Materialität und Schriftgebrauch“ ist der 34. Band der Reihe „Materiale Textkulturen“ des gleichnamigen Sonderforschungsbereichs 933 erschienen. Der jüngste Band der MTK-Reihe bietet eine umfassende Geschichte des Lesens für das antike Judentum und schließt damit eine lang bestehende Forschungslücke. Anhand der Trias von Rezeptionsakten, Materialität und Schriftgebrauch zeichnet sein Autor Jonas Leipziger die Entwicklung von rituellen Lesepraktiken im antiken Judentum nach.

Text ohne Materie – Neue Mitarbeiterin untersucht ‘inexistente’ Schriften

Im Mittelpunkt der Forschung von Marina Garzón Fernández, neues Mitglied im Teilprojekt C09 „Körperbeschriftungen: Text und Körper in den iberischen Literaturen der Vormoderne“ des SFB, stehen „inexistente“ Schriften – Schriften nämlich, die mit Scheren aus einem Papier ausgeschnitten sind. Jeder Buchstabe ist leer, der Text ist „Form ohne Materie“. In ihrem Projekt „Schreiben mit Scheren: Wunderkalligraphie“ analysiert Garzón Fernández die einzigartigen Qualitäten dieser Scherenschnitte aus Sicht der Schriftästhetik. Dazu werden auch andere Wunderkalligraphien wie Lichtbuchstaben, oder ‚Himmelsbriefe‘ – Briefe, die einen göttlichen Ursprung haben – untersucht. Mehr zu Ihrer Forschung lesen Sie hier.

ERSTER KEMTE-BAND ERSCHIENEN

Mit Tradition und Traditionsverhalten in der Literaturwissenschaft beschäftigt sich der erste Band der neuen KEMTE-Reihe (Kulturelles Erbe: Materialität – Text – Edition), der nun erschienen ist. Die KEMTE-Reihe, die am Sonderforschungsbereich 933 „Materiale Textkulturen“ und am Heidelberg Center for Cultural Heritage (HCCH) angesiedelt ist, dient der Veröffentlichung von Forschungsarbeiten zu Themen des kulturellen Erbes und seiner Materialität sowie von historisch-kritischen Editionen. Unter dem Titel „Tradition und Traditionsverhalten. Literaturwissenschaftliche Zugänge und kulturhistorische Perspektiven“ ist der erste Open-Access-Band der Reihe auf den Seiten des Heidelberger Universitätsverlages „Heidelberg University Publishing" (heiUP) online hier abrufbar.

MAGISCHE PAPYRI – NEUES „3-MINUTEN-WISSENSCHAFT“-VIDEO

„Steh auf für mich, katergesichtiger Gott, und fessle sie, behindere sie, so dass sie nicht mehr laufen können, fessle auch ihre Hände und lass ihre Tiere sterben.“ Mit derartigen Hymnen beschworen Menschen im alten Ägypten den mächtigen Sonnengott, um ihren Gegner:innen oder Konkurrent:innen zu schaden. Komplizierte Handlungen vervollständigten das magische Ritual. Überliefert sind uns diese Praktiken auf handbeschriebenen Papyri, die aus dem 2. Jahrhundert vor bis ins 5. Jahrhundert nach Christus stammen. In der Serie „3-Minuten-Wissenschaft“ führt die Ägyptologin Anett Rózsa, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt A03 UP1 „Materialität und Präsenz magischer Zeichen zwischen Antike und Mittelalter“, in die Welt der ägyptischen Magie ein. Hier geht's zum Video.

BILD & SCHRIFT – NEUES „3-MINUTEN-WISSENSCHAFT“-VIDEO

Wo Bilder und Schrift gemeinsam erscheinen, stehen sie in einer spannungsreichen Beziehung zueinander. Dass dabei der erste Eindruck täuschen kann, wie sich Schrift und Bild zueinander verhalten, zeigt Johannes Fouquet in der Serie „3-Minuten-Wissenschaft“ mithilfe moderner und antiker Beispiele. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt A10 „Schrift und Bild in der griechischen Plastik“ des Heidelberger SFB 933 „Materiale Textkulturen“ widmet er sich der Analyse von Schrift im und am Bild in der griechischen Plastik. Das Video können Sie sich hier ansehen.

Norm und Abweichung im frühen Buchdruck

An der Schwelle des Medienwechsels von handschriftlichen zu gedruckten Texten findet sich das Übergangsphänomen der Inkunabeldrucke: der ersten mit beweglichen Lettern erzeugten Druckwerke. Mit Normen und Abweichungen in diesen frühen Buchdrucken beschäftigte sich nun ein dreitägiger internationaler Workshop, der vom 29. September bis zum 1. Oktober 2021 an der Universität Heidelberg stattfand. Lesen Sie mehr.

Mittelalterliche Schätze digital präsentiert

Drei Schätze der mittelalterlichen Altarkunst digital präsentiert – wer sich für den berühmten Genter, den Wildunger oder auch den Zwölf-Boten-Altar interessiert, findet auf der Webseite www.retabel-entdecken.de anschaulich aufbereitet Informationen zu Ikonographie, historischem Kontext, Herkunft und Technik. Studierende der Kunstgeschichte hatten die Online-Ausstellung vergangenes Sommersemester im Rahmen eines Proseminars entwickelt. Angeleitet wurden sie dabei von der Heidelberger Mediävistin Lisa Horstmann (Teilprojekt A05). Lesen Sie mehr.

Streit um die Krone – Reingehört mit Matthias Kuhn

In seinem Podcast "Rosenkriege" entführt uns Matthias Kuhn, Mitarbeiter im Teilprojekt B10 des SFB, in die Welt der verworrenen englischen Beziehungsfeden zu Zeiten Richard des Dritten. Strategische Vermählungen sollten den Weg zum Thron Englands ebnen. Der Historiker erzählt von einer Familie, die die wechselhafte Geschichte der Rosenkriege im 15. Jahrhundert zunächst mitbestimmte und schließlich an der Nähe zu Macht und Herrschaft zugrunde ging. Es handelt sich um die Schicksale des Kingmakers Richard Neville, seiner Frau Anne Beauchamp und ihrer Nachkommen. Innerhalb von nur 30 Jahren wendete sich das Blatt für diese Familie mehrmals auf brutale und zynische Weise. Neugierig geworden? Dann hören Sie hier hinein.

Themenfelder

Der SFB 933 organisiert seine interdisziplinäre Arbeit über Teilprojektgrenzen hinweg in Themenfeldern. Insgesamt beruhen sie auf der praxeologisch orientierten Artefaktanalyse, die auf der Untersuchung von Materialität, Topologie und Präsenz sowie der Rekonstruktion von Praxeographien aufbaut. Die Themenfelder liegen quer zu den Bereichen drei Bereichen A 'Sozialer Raum', B 'Soziale Felder' und C 'Reflexion (Metatexte)' und sind einerseits auf die Vergleichbarkeit verschiedener Zeiten und Räume hinsichtlich abgrenzbarer Felder sozialer Praxis gerichtet (kultisch-religiös, szientifisch-epistemisch, politisch-administrativ), andererseits dienen sie der thesenförmigen Verdichtung von Theorie und Methoden des SFB 933.

 

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Zielsetzung und Leitlinien

Der SFB 933 untersucht Dinge, auf denen etwas geschrieben steht: Säulen, Stelen, Portale, Grabsteine, Tontafeln, Tonscherben, Amulette, Rollen, Papyri, Pergamentcodices etc. Wie und unter welchen Bedingungen wurden diese hergestellt? In welchem räumlichen Arrangement befanden sie sich? Wer hatte Zugang zu ihnen? Was wurde mit ihnen gemacht bzw. welchen Handlungen wurden an ihnen vollzogen? Diese und andere Fragen stellen die beteiligten Forscherinnen und Forscher des SFB an die Artefakte.Weiterlesen

Publikationen

MTK-Reihe

Die MTK-Reihe „Materiale Textkulturen“ ist das Publikationsorgan des Sonderforschungsbereichs. In der Reihe erscheinen Sammelbände und Monographien, die sich den zentralen Forschungsschwerpunkten des SFB widmen, also die Materialität und Präsenz des Geschriebenen in non-typographischen Gesellschaften erforschen. Alle Bände sind frei zugänglich und können hier eingesehen werden.

5300 Jahre Schrift

Der im Verlag das Wunderhorn erschienene Band stellt in 50 Beiträgen 50 Schriftträger vor, die so verschieden sind wie ihre Herkunft und ihre Schreiber und Leser – darunter mesopotamische Steuerlisten in Keilschrift, römische Tempelinschriften, altägyptische Totenbücher oder auch Street Art und Hypertext. Die Webseite zum Buchfinden Sie hier.

Arbeitsplatz Wissenschaft