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Rebecca Hirt

 Rebecca Hirt
B13

Neuere Deutsche Literatur
Germanistisches Seminar

Telefon:  06221 543225
E-Mail:  rebecca.hirt@gs.uni-heidelberg.de

 

Anschrift

Germanistisches Seminar
Hauptstraße 207
69117 Heidelberg
Büronummer 232

Akademischer Werdegang

Forschungsinteressen

  • Kalendarik in der Frühen Neuzeit
  • Schreibkalender- und Ego-Dokument-Forschung
  • (Auto-)Biographik und Selbstkonzeptforschung
  • Interaktion von Hand- und Druckschriftlichkeit in der Frühen Neuzeit

Beschreibung des Promotionsprojekts: Kalendarik in der Literatur der Frühen Neuzeit (16. und 17. Jahrhundert)

Das Kalenderführen bzw. das Schreiben in Kalendern ist eine der wichtigsten und prominentesten Kultur-, Alltags- und Schreibpraktiken der Frühen Neuzeit. Kalender sind seit Beginn des Buchdrucks eine Konstante im Programm der Druckereien, doch vor allem der Schreibkalender, der 1539 erfunden wird, ist eines der bekanntesten und weitest verbreiteten frühneuzeitlichen Periodika. Schreibkalender bestehen aus einem Kalendarium der zwölf Monate, bei dem jeder Kalenderseite eine Seite für handschriftliche Eintragungen gegenübergestellt wird. Im Kalendarium wird auf der Druckseite wichtiges astronomisches, medizinisches und lebensalltägliches Wissen (Botanik, Landwirtschaft, Haushaltung, Zeitgeschichte, Curiosa etc.) gesammelt und geordnet; auf der Schreibseite können die Schreiber:innen persönliche Erfahrungen und Gedanken festhalten. Im Kalender des 16. und 17. Jahrhunderts wird somit auf eine bestimmte Art und Weise geschrieben und Wissen dokumentiert sowie reflektiert.

Dem Promotionsprojekt liegt die These zugrunde, dass Kalendarik in der Frühen Neuzeit ein solch grundlegendes Ordnungsprinzip für Leben uns Wissen und das Schreiben in Kalendern eine solch prominente Kulturpraktik ist, dass sich das in der zeitgenössischen Literatur niederschlägt und in verschiedenen Texten verschiedener Gattungen fruchtbar gemacht wird. In Wissenstexten, Erzählprosa und autobiographischen Texten wird nach ‚kalendarischen Effekten‘ gesucht, d. h. es wird untersucht, in welchen Formen Kalendarik in der Literatur auftritt (z. B. kalendarische Ordnungsprinzipien, kalendarische Wissensbestände, kalendarische Zeit- und Lebensreflexion, kalendarische Schreibpraktiken etc.) und welche Funktionen sie in den einzelnen Texten übernimmt.

Publikationen

Herausgeberschaft

  • zusammen mit Sylvia Brockstieger: Handschrift im Druck. Annotieren, Korrigieren, Weiterschreiben (1500 bis 1800) [erscheint 2023].

Kleinere Beiträge

  • Tagungsbericht: Handschrift im Druck. Annotieren, Kommentieren, Weiterschreiben (1500–1800), 23.09.2021 – 24.09.2021 hybrid (Heidelberg), in: H-Soz-Kult, 14.12.2021, www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-9193, zusammen mit Paul Schweitzer-Martin.
  • Rezension zu: Kiening, Christian: Poetik des Kalenders in der Zeit des frühen Buchdrucks. Studien und Texte, in: Germanistik – Internationales Referatenorgan mit bibliographischen Hinweisen, Bd. 61 (2020), H. 3–4, S. 977.

Vorträge

  • 12 April 2022: Vorstellung des Dissertationsprojekts „Kalendarik in der Literatur der Frühen Neuzeit“
    (Vortrag im Forschungskolloquium von Prof. Dr. Nicolas Detering an der Universtiät Bern)
  • 25. Februar 2022: Kalendarik 2.0.: Was bisher geschah (und was sich verändert hat)
    (Vortrag im Rahmen des 2. Doktorand*innenkolloquiums des SFB 933, 24. bis 25. Februar 2022)
  • 03.–04. Dezember 2021: Layers of writing in bimaterial genres: the relationship between handwriting and print in early modern calendrical diaries.
    (Vortrag im Rahmen des Workshops „Authority of Layers – Layers of Authority: On the Internal Dynamics of Multilayered Written Artefacts and their Cultural Contexts“ am Center for the Study of Manuscript Cultures in Hamburg, 2. bis 3. Dezember 2021).
  • 24. September 2021: Formen und Funktionen von Handschrift im (Selbst-)Korrekturprozess. Handschriftliche Korrekturen in Johann Colers Oeconomia.(Vortrag im Rahmen der Teilprojekttagung „„Annotieren, Korrigieren, Weiterschreiben: Handschrift im Druck (1500-1800)“ in Heidelberg, 23. bis 24. September 2021).
  • 24. März 2021: Kalendarik in der Literatur der Frühen Neuzeit
    (Vortrag im Rahmen des 1. Doktorand*innenkolloquiums des SFB 933, 24. bis 25. März 2021).
  • 12. November 2020, zusammen mit Dr. Sylvia Brockstieger: Rethinking the paratext between handwriting and print: the case of the calendaric diary
    (Vortrag im Rahmen des Workshops „Demarcations in Premodern Texts / Grenzen in vormodernen Texten“ des TP A06 des SFB 933 in Heidelberg, 12. November 2020).
  • 06. Dezember 2019, zusammen mit Dr. Sylvia Brockstieger: Projektvorstellung im Rahmen des dritten Treffens des Forschungsverbundes „Frühe Neuzeit Südwest“ in Tübingen.

Organisation von Tagungen, Workshops und Kolloquien

  • 24. bis 25. Februar 2022, zusammen mit Hannah Mieger
    Organisation und Leitung des 2. Doktorand*innenkolloquiums des SFB 933 in Heidelberg.
  • 20. bis 23. Februar 2022, zusammen mit Dr. Sylvia Brockstieger und den Teilprojekten A06, B04 und B14 des SFB 933
    Organisation und Leitung der Tagung „Between Manuscript and Print. Transitions, Simultaneities and the Question of Shifting Meanings“ in Heidelberg.
  • 23. bis 24. September 2021, zusammen mit Dr. Sylvia Brockstieger
    Organisation und Leitung der Tagung „Handschrift im Druck: Annotieren, Korrigieren, Weiterschreiben (1500-1800)“
  • 24. bis 25. März 2021, zusammen mit Hannah Mieger und Mandy Telle
    Organisation und Leitung des 1. Doktorand*innenkolloquiums des SFB 933 in Heidelberg.

 

 

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Teilprojektübersicht

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